Final Fantasy VIII – SeeDs, Gardens & Hexen

Fithos Lusec Wecos Vinosec~

Hach, ich habe Final Fantasy VIII mal wieder ausgegraben – oder eher gesagt: in englischer Sprache aus dem PS-Store gezaubert. Seit Release mein absoluter Lieblingsteil  und obwohl ich die originale CD Box besitze, musste ich bei der Rabatt-Aktion von Sony einfach zuschlagen. Jetzt auch direkt vom PS3 Menü aus spielbar!

Squall gegen Erzrivalen CiferFinal Fantasy 8 kam 1999 heraus und nach dem ersten Zocken war ich hin und weg. Die Story, die Charaktere, das Kampfsystem und das ganze Drumherum haben mich so eingenommen, ich habe sogar das optionale Kartenspiel Triple Triad bis zum Umfallen gespielt.

Beim erneuten Spielen nun 16 Jahre später (oh mein Gott, die Charaktere sind so jung! 17-18 um die Kante, damals war ich in etwa gleich alt) ist mir die ungewohnt klotzige Pixelgrafik natürlich aufgestoßen, aber man gewöhnt sich so schnell daran und neben der bombastischen Story verblasst die Retro-Optik auch rasch. Für damalige Verhältnisse auf der PS1 war die Grafik übrigens höchstes Niveau, auch wenn die Gesichter von Nahem irgendwie verquollen aussehen – man erkennt sogar die Augen! Dafür haben die gerenderten Cutscenes sogar PS2-Niveau und fügen sich nahtlos in die spielbare Story ein. 

Worum gehts? Wir befinden uns im Streit gegen die militärisch sehr offensive Nation Galbadia, die dem Nachbarland Dollet den Krieg erklärt hat. Man schlüpft in die Rolle von Squall Leonhart, einem Kadett der Spezialeinheit SeeD, militärische Söldner die mit Magie umgehen können und sich Fabelwesen, die sogenannten Guardian Forces (kurz GF) im Kampf zu nutze machen. Squall ist Schüler des Balamb Garden und rutscht eher durch Zufall in eine Widerstandsbewegung von Dollet gegen Galbadia, und von da ab nimmt alles seinen verqueren Lauf…

Den Garden kann man sich als Militärschule mit familiärem Flair vorstellen, der sich durch die Aussendung der SeeDs als Söldner auch selbst finanziert. Unter Direktor Cid KramerBalamb Garden kommen Schüler schon ganz jung in den Garden, werden dort erzogen und gelehrt und können mit 17-18 Jahren ihre SeeD-Prüfung ablegen. Das Ganze hat mich mit seiner Bibliothek, der Mensa, der Krankenstation, den Quartieren und dem Schulfest-Komitee immer sehr an eine Uni erinnert. Und da viele der Kinder  als Waisen in den Garden kamen, betrachten sie das Konstrukt als ihre Heimat, die es zu verteidigen gilt.

Balamb Garden… schon alleine wenn ich die Titelmusik und die melodischen Klänge in der Ausbildungsstätte von Squall und Co. höre werde ich ganz nostalgisch. Der OST hat ein paar wirklich ausgezeichnete Stücke und in der Orchesterversion bekomme ich bei ‚The Oath‚ jedes mal eine Gänsehaut.

Herzstück von FF8 sind für mich aber die Charaktere. Square hat es geschafft, dass man irgendwie ein engeres Bündnis zu den Charakteren herstellt, als in jedem anderen Final Fantasy Teil.

Das mag nicht nur an dem ‚modernen‘ Setting und dem nicht zu leugnenden Identifikationsgrad liegen, den die Charaktere zweifellos bieten (der Loner, das flippige Girly, der coole Cowboy, die kühle Sekretärin oder der Hitzkopf mit der großen Klappe), sondern die Macher haben ein eindeutiges Wir-Gefühl geschaffen, das durch die einzelnen Stränge des Plots und vor allem durch den Rückblick auf das Waisenhaus, in dem Squall und Co. aufgewachsen sind, noch verstärkt wird.

An einer Stelle hat man sogar die Möglichkeit, Instrumente an die Chars zu verteilen und so ein Konzert auf die Beine zu stellen. Top! FF8 Charaktere: Quistis, Selphie, Rinoa, Squall, Cifer, Irvine, Xell
Ansonsten haben die Entwickler in diesen Teil noch eine Menge Herzblut gesteckt und das merkt man an Details wie Xells durchweg vergeblichen Versuchen, sich einen Hotdog in der Mensa zu ergattern, Lagunas Unvermögen mit Frauen zu reden und dem damit verbundenen Beinkrampf oder die charmanten Sprachfehler einiger anderer Charaktere.
Kommt schon, ich kann nicht die Einzige sein die GF nach Charakterzügen verteilt, auch wenn es eigentlich keinen Einfluss auf die Charakterentwicklung hat. Xell bekommt von mir defaultmäßig Ifrit, weil er so ein Hitzkopf ist und zu Irvine passen die Brothers… ich sage nur: yehaa!

Final Fantasy VIII bietet auch etwas für Strategen: Das Koppeln von Zaubern und die damit verbundene Maximierung von Charakterattributen. Zauber können bei FF8 weder gekauft noch erlernt werden, stattdessen zieht man sie vom Gegner und hat die Wahl, sie direkt ausführen oder lagern.  Die Kapazität eines Zaubers ist dabei auf 100 Einheiten begrenzt (Bsp: 100-mal „Eisra“). Menü zum Koppeln von GF und ZaubernDiese Zauber lassen sich wiederum mit Charakterwerten wie HP, Stärke, Zauber und sogar Element-Angriff und Abwehr koppeln. So kann man sich sehr gut auf eine bestimmte Art von Gegner spezialisieren, zum Beispiel gegen Bomber, die ausschließlich mit Feuer angreifen.  Wenn man Element-Abwehr mit dem Spruch ‚Feuer‘, ‚Feura‘ oder ‚Feuga‘ koppelt, wird jeglicher Schaden dieses Typs absorbiert.

Außerdem gibt es zahlreiche optionale Nebenquests wie die Jagd nach dem Tonberry King als GF, dem Aufspüren und Besiegen von Omega Weapon, dem stärksten Bossgegner im ganzen Spiel und natürlich die Kartenjagd bei Triple Triad.GF Quezacotl - Der Donnervogel

Und oh man, waren das noch Zeiten, als man beim Kampfbildschirm ganze zwei Anzeigen hatte: den Namen des Charakters und deren HP! Das wars. Keine Limit-, SP-, EP- oder sonstige Balken. Das macht das Ganze sehr entspannt, auch weil das rundenbasierte Kampfsystem etwas langsamer ist, als wir es heute gewohnt sind. Spezialangriffe gibt es auch, und zwar immer dann einsetzbar, wenn ein Charakter nur noch kritisch wenig HP hat. Ansonsten können die GF im Kampf beschworen werden und entladen (in einer manchmal quälend langen Animation, die man auch nicht unterbrechen kann) ihre Macht eindrucksvoll über den Feind.

Aber kommen wir noch einmal zurück zur Story. Im Original umfasst Final Fantasy 8 ganze vier CDs – kommt also mit einer reinen Spielzeit von über 40 Stunden daher daher, Squall, Xell, Cifer und Quistis bei der SeeD-Prüfungdie einen am Ende sogar in den Weltraum und auf eine von Alien verseuchte Raumstation führt. Man bekämpft Monster, feindliche Soldaten und final sogar eine Hexe, die das ganze Zeitgefüge auf den Kopf stellt.

Squall und Co. kreuzen dabei mit ihrer Geschichte immer wieder die von Laguna, einem Soldaten auf feindlicher, galbadischer Seite, der fast so etwas wie ein Alter Ego von Squall zu sein scheint … und puh ich merke geraden, dass das Konstrukt viel zu kompliziert ist, als das man es in ein paar Sätzen erklären könnte.  Darum beschränke ich mich an dieser Stelle auf meine Lobpreisungen und sage mit voller Überzeugung jedem, der Final Fantasy VIII noch nicht gespielt hat, das er bisher eines des besten Games aller Zeiten versäumt hat.

Fazit:  [usr=7]

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